Die Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger Dresden zählt zu den bedeutendsten Museumsräumen in Sachsen. Der historische Semperbau ist geprägt durch großzügige Raumhöhen, reich gestaltete Stuckdecken und klar proportionierte Ausstellungssäle. Eine zentrale Rolle im Raum übernehmen die Scherwände. Sie strukturieren die Ausstellung, tragen die Kunstwerke und definieren gleichzeitig die räumliche Führung der Besucher. Die Beleuchtung dieser Scherwände ist damit ein integraler Bestandteil der Architektur. Im großen Ausstellungsraum kommt das Licht zusätzlich von oben: Eine Lichtdecke füllt den Saal mit Licht, das wie Tageslicht wirkt – als hätte der Raum eine Kuppel. Licht wirkt hier nicht als technischer Zusatz, sondern als architektonisches Gestaltungsmittel, das Raumstruktur, Blickführung und Wahrnehmung der Exponate unterstützt.
Gemäldegalerie Alte Meister
DetailsStandort
Dresden, Sachsen
Nutzung
Museum / Ausstellungshaus
Baujahr
2019
Umfang
Erneuerung der Beleuchtung aller 16 Scherwände im Ausstellungsbereich und Installation einer Lichtdecke im großen Ausstellungsraum
Die Erneuerung der Beleuchtung ist Teil der umfassenden Sanierung des Semperbaus im Zwinger Dresden, die zwischen 2013 und 2019 durchgeführt wurde. Ziel dieser Maßnahme war es, die historische Substanz zu sichern, konservatorische Bedingungen zu verbessern und die Präsentation der Sammlung neu zu inszenieren. Die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister erfolgte im Jahr 2020 nach Abschluss der umfangreichen Modernisierung.
Technische Parameter
EN 12464-1
Normbezug
50 – 300 lx
Beleuchtungsstärke
RA > 90 / R9
Farbwiedergabeindex
4000 K
farbtemperatur
Indirekt
Lichtverteilung
3 SDCM
MacAdam-Ellipsen
105.000 lm
lichtstrom
116 lm/w
effizienz
Dali
steuerung
60.000 h
lebensdauer

Lichttechnik
Zielsetzung
Die Beleuchtung der Scherwände folgt einem zweistufigen Konzept der Architekturbeleuchtung. Zum einen wird die Raumhülle indirekt aufgehellt, sodass Deckenstrukturen und Raumtiefe sichtbar werden. Zum anderen entsteht eine gleichmäßige und blendfreie Beleuchtung der Ausstellungsflächen.
Im großen Ausstellungsraum ergänzt eine Lichtdecke dieses Konzept. Sie verteilt ihr Licht von oben über den ganzen Saal und wirkt dabei wie Tageslicht.
Entscheidend war dabei nicht die maximale Beleuchtungsstärke, sondern die qualitative Wahrnehmung von Raum und Kunstwerken. Licht sollte Orientierung geben, Atmosphäre schaffen und die Wirkung der Exponate unterstützen. Dieses Prinzip entspricht dem Ansatz moderner Lichtplanung für Museumsarchitektur, bei der Beleuchtung Teil der räumlichen Inszenierung wird.

Herausforderung
Umsetzung
Die technische Umsetzung musste sowohl den Anforderungen eines denkmalgeschützten Gebäudes als auch den Bedingungen eines dauerhaften Museumsbetriebs gerecht werden. Innerhalb der Scherwände standen nur sehr begrenzte Einbauräume zur Verfügung. Gleichzeitig mussten die eingesetzten LED-Systeme langfristig stabil und wartbar sein.
Die wesentlichen Herausforderungen lagen daher in:
- präziser Integration in die historische Architektur
- thermisch stabilen LED-Systemen für Dauerbetrieb
- gleichbleibender Lichtqualität über lange Nutzungszeiten
- wartbaren und langfristig betreibbaren Lichtsystemen
Standardisierte Beleuchtungssysteme konnten diese Kombination aus architektonischer Integration, Lichtqualität und technischer Stabilität nicht erfüllen.
Unsere Lösung
Für die Scherwände wurde eine projektspezifische Lösung entwickelt, die exakt auf die räumlichen und technischen Anforderungen der Gemäldegalerie abgestimmt ist. Im Entwicklungsprozess wurde zunächst eine 1:1-Testumgebung der Scherwand aufgebaut, um reale Betriebsbedingungen zu simulieren. Auf dieser Grundlage konnten Lichtverteilung, thermisches Verhalten und Integration schrittweise optimiert werden.
Das entwickelte System wurde zunächst im zweiten Bauabschnitt des Projekts eingesetzt und anschließend auch im ersten Bauabschnitt implementiert. Das Ergebnis ist eine maßgeschneiderte Architekturbeleuchtung, die sich präzise in die historische Raumstruktur des Zwingers integriert und gleichzeitig den Anforderungen moderner Museumsbeleuchtung entspricht.
Im großen Ausstellungsraum hat FAE außerdem eine Lichtdecke installiert. Sie füllt den Saal gleichmäßig mit Licht von oben.
Die Beleuchtungslösung wurde durch die FAE Elektrotechnik GmbH & Co. KG mit Sitz in Heidenau bei Dresden umgesetzt. Mit FAE ecoled entwickelt das Unternehmen individuelle Lichtsysteme für Architektur, die elektrotechnische Systemkompetenz mit architektonischer Lichtplanung verbinden. Entwicklung, Umsetzung und technische Betreuung erfolgen in Sachsen in der Region Dresden. Dadurch entstehen langlebige, dokumentierte und wartbare Lichtsysteme für anspruchsvolle Architektur- und Kulturbauten.



